#Hx Beispiel Hydraulischer Abgleich: đ§ GA trifft Hydraulik â was man wissen muss
· aktualisiert 18. Mai 2025 · Dennis Wieczorek
đ§ Beispiel: Hydraulischer Abgleich â 3 Heizkreise an einem Verteiler
đ Ausgangslage:
Du hast 3 Heizkreise (z.âŻB. Etagen oder Heizkörpergruppen), die an einem gemeinsamen Verteiler hĂ€ngen. Die Heizkreise sind unterschiedlich lang:
-
HK1 (Erdgeschoss) â kurze Strecke
-
HK2 (1. OG) â mittlere Strecke
-
HK3 (2. OG) â lange Strecke
Ziel: Alle Heizkreise sollen denselben Volumenstrom (z.âŻB. 100 l/h) erhalten.
đ Schritt-fĂŒr-Schritt-Ablauf:
1. WÀrmebedarf je Heizkreis berechnen oder schÀtzen
- z.âŻB. aus Heizlastberechnung, RaumgröĂe oder Herstellerunterlagen
| Heizkreis | Leistung | Temperaturdifferenz (ÎT) | â Volumenstrom |
|---|---|---|---|
| HK1 | 1.2 kW | 20 K | 52 l/h |
| HK2 | 2.0 kW | 20 K | 86 l/h |
| HK3 | 2.3 kW | 20 K | 99 l/h |
Merksatz:
âĄïž Volumenstrom = Heizleistung / (WĂ€rmekapazitĂ€t Ă ÎT)
Beispiel: 2.0 kW / (1.16 Ă 20) â 86 l/h
2. Druckverlust je Heizkreis bestimmen (z.âŻB. mit Software, Herstellerunterlagen, Erfahrungswerten)
| Heizkreis | Druckverlust bei berechnetem Volumenstrom |
|---|---|
| HK1 | 5 kPa |
| HK2 | 12 kPa |
| HK3 | 22 kPa |
â HK1 hat den geringsten Widerstand â wĂŒrde zu viel Wasser bekommen, wenn nichts eingestellt ist.
3. Einstellwerte berechnen (mechanisch oder elektronisch)
-
Ziel: Druckverluste anpassen, sodass alle Heizkreise gleich âgesehenâ werden
-
Bei mechanischen Voreinstellventilen:
â ĂŒber Herstellerdiagramme den benötigten Durchfluss bei gegebenem Îp einstellen
â z.âŻB. fĂŒr HK1 den Durchfluss auf 52 l/h bei 22 kPa einstellen (wie bei HK3) -
Bei elektronischen Pumpen:
â Differenzdruckregelung aktivieren
â Durchflussregelung je Heizkreis ĂŒber Volumenstromsensoren oder Stellantriebe
đ Einstellung am Ventil (Beispiel Voreinstellbar):
| Heizkreis | Einstellwert (z.âŻB. Danfoss RA-N) |
|---|---|
| HK1 | 1.0 |
| HK2 | 2.5 |
| HK3 | voll geöffnet (Referenz) |
đĄ Praxistipp: Achtung bei der Kombination von Abgleich und Regelventil
In der Praxis kommt es hĂ€ufig vor, dass nach der Auslegung ein hydraulischer Abgleich durchgefĂŒhrt wird â z.âŻB. durch zusĂ€tzlich eingebaute Drosselventile oder durch die Voreinstellung direkt am Ventil. Dabei wird aber oft ein kritischer Punkt ĂŒbersehen:
Der zusĂ€tzliche Widerstand verĂ€ndert die VentilautoritĂ€t â und damit die RegelgĂŒte.
Ein Beispiel:
Wenn du ein Regelventil mit einem Druckverlust von 10âŻkPa auslegst, weil der Restkreis 15âŻkPa hat, ergibt sich eine gute VentilautoritĂ€t von 0,4.
Wenn jetzt aber beim Abgleich noch 15âŻkPa dazukommen, fĂ€llt die VentilautoritĂ€t auf 0,25 â das Ventil reagiert trĂ€ger, die Regelung wird unprĂ€zise.
âĄïž Lösung:
-
Entweder den geplanten Drosselverlust in die Auslegung miteinbeziehen
-
Oder gleich ein druckunabhÀngiges Regelventil (PICV/PRCV) verwenden
-
Oder Abgleichorgane bewusst vor dem Regelventil setzen
Merksatz fĂŒr die Planung:
âWas spĂ€ter gedrosselt wird, sollte vorher durchgerechnet sein.â
đ Abschluss & PrĂŒfung:
-
Bypass im Verteiler messen â bei korrektem Abgleich = kein Durchfluss
-
Alle Heizkörper warm? RĂŒcklĂ€ufe gleichmĂ€Ăig temperiert?
â Wenn ja: â Abgleich abgeschlossen
đĄ Zusammengefasst:
-
WĂ€rmebedarf berechnen â Volumenstrom bestimmen
-
Druckverluste vergleichen â Einstellbedarf erkennen
-
Einstellen â Messen â Nachjustieren (optional)
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